Taub und Voodoo verstehen?

Von Michael Gress

Vor dem Besuch des Roemer- und Pelizaeus-Museums (RPM) in Hildesheim hatte wohl niemand von der Selbsthilfegruppe für Cochlea-Implantierte und hörgeschädigte Menschen im Großraum Hildesheim daran geglaubt. Deshalb legte sich am 3. November vor dem RPM-Eingang eine gewisse Spannung über die 19 Teilnehmer. Zum 10-jährigen Bestehen der Selbsthilfegruppe sollte es etwas Besonderes sein. Voodoo, viel Geheimes und Zauber? Kurz vor 15.00 Uhr wurde es dann spannend. Michael Gress, Leiter der Selbsthilfegruppe, verteilt die Empfänger der mobilen FM-Anlage (Funk-Übertragungsanlage), um Voodoo auch akustisch besser verstehen zu können. 

Menschen mit Hörgeräten oder Cochlea-Implantaten stehen bei solchen Veranstaltungen normalerweise vor Höchstleistungen. Große hallende Räume, extreme Nebengeräusche und dazu die leise und schnell sprechende Stimme eines Sprechers. Das hält viele Menschen mit Hörschädigung von einem Museumsbesuch ab.

CI SHG Hildesheim
Fotos: Ute Gress

Bis dann Julia Kruse (Inklusionsbeauftragte des RPM) die Gruppe begrüßte. Sie hängte sich den Sender der FM-Anlage um und war ab sofort mit den Teilnehmern der Gruppe direkt über das Hörgerät, das CI oder einen normalen Kopfhörer verbunden. Mit ihrer ruhigen, klaren und wohlklingenden Stimme und ihrer sehr deutlichen Aussprache, war es für alle Teilnehmer ein Hochgenuss ihr zu lauschen. 

Ihr fundiertes Wissen über Voodoo, von der Entstehung bis zur heutigen Zeit, von Priestern, Puppen, Zombies und Geheimbündnissen, brachte Frau Kruse sehr verständlich nahe. Etwa 60 Millionen Menschen fühlen sich noch heute dieser Religion zugehörig. 

Mehr wollen wir über Voodoo nun nicht verraten. Wer von euch das einmal live erleben möchte, der hat am 7. März 2020 im RPM Hildesheim, mit unserer FM-Anlage, bei einer Sonderführung für Hörgeschädigte dazu Gelegenheit. Es wird ebenfalls in Gebärdensprache übersetzt. 

Kontakt und Infos gerne per E-Mail oder über diese Plattform. 

Unser herzlicher Dank gilt Frau Kruse und dem RPM für die gelungene Führung! 

Wir wollen auch danken der AOK Niedersachsen, der Diakonie Himmelsthür (Aktion Mensch) und der Johannishofstiftung Hildesheim, die unsere Anlage finanziert und damit zur leichteren Kommunikation für Hörgeschädigte beigetragen haben.