Der weiße Neger Wumbaba

Rezension: Der weiße Neger Wumbaba - Kleines Handbuch des Verhörens

Autoren: Axel Hacke und Michael Sowa ((Illustrationen)

Der Autor Axel Hacke veröffentlichte ursprünglich eine Kolumne in der Süddeutschen Zeitung mit dem Titel „Das Beste aus meinem Leben“. Zu einem Beitrag von ihm über das Falschhören von Liedtexten bekam er so viele Leserzuschriften dass daraus eine neue Kolumne speziell zu diesem

Thema wurde und als daraufhin noch viel mehr Leserbriefe kamen entstanden bis dato drei Bücher.
Es geht um das Falschverstehen einzelner Worte oder Sätze- oft bereits in der Kindheit, manchmal später. Und zwar nicht nur weil man schlecht hört (aber dann natürlich auch), sondern das passierte und passiert jedem. Ein nicht richtig verstandenes Wort kann den Sinn eines ganzen Liedes/Textes verändern - das ist oft sehr unterhaltsam wie uns dieses Büchlein beweist.

In neun Kapiteln präsentiert uns der Autor auf flockige, unterhaltsame, gut zu lesende Weise die oft witzigen Zuschriften seiner Leserschaft. Dabei fasst er die vielen Beispiele, sortiert nach Oberthemen, kurz und knapp und auf den Punkt bringend zusammen so dass es nie langatmig wird. Da geht es u.a. um das Lied das dem Buch seinen Namen gegeben hat („Der Mond ist aufgegangen“ , mit dem „weißen Nebel wunderbar“), um die Mutter Weinezehr und das Fräulein Leichnam, um ein Rentier namens Schulze, um Lulle und die Leberwurscht, um Verhörer in der Literatur, um den Erdbeerschorsch und um deutsche Schlagertexte, um das „unerschöpfliche Verhörpotential der Fremdsprachen“ und um Holger, den Knaben im lockigen Haar. Kennt Ihr den Udo Jürgens-Song „Kriech nicht da rein“ oder den Schlager „Ein Päckchen Cornflakes“?

Mein ganz persönliches Fazit: Das ist ein oft lustiges und immer kurzweiliges Buch .Mein Mann und ich mussten immer wieder lachen beim gegenseitigen Vorlesen. Dazu gibt es darin viele ganzseitige passende Bilder von Michael Sowa, so dass das Buch auch schön anzuschauen und zu verschenken ist. Ja, natürlich verstehe ich als CI-Trägerin ganz sicher jede Menge Liedtexte ebenfalls nicht richtig- deswegen lese ich gerne Untertitel, Programmhefte, CD-Hüllen mit Liedtexten und Liederzettel- damit ich nicht aus Versehen etwas mitsinge das eigentlich keinen Sinn ergibt… Wie beim Lied „An der Nordseeküste“ von dem ich jahrelang ganz ernsthaft glaubte es heißt …“sind die Fische im Wasser, und zelten an Land“. Schön dass es nicht nur Schwerhörigen so geht!

Das Buch kostet 9,90 €, es gibt zwei weitere Bände. 

 

Christine Oldenburg