Im Herbst des Jahres 1997 ereilten mich mehrere Hörstürze, die fast jedes Mal mit einem Krankenhaus-Aufenthalt verbunden waren. Es wurden immer mehrstündige medikamentöse Infusionen verabreicht, die letzten Endes kaum etwas zur Hörverbesserung beigetragen haben. 

In unserem Bund der Schwerhörigen Hamburg waren damals 2 Mitglieder, die sich hatten operieren lassen, bzw. diese OP noch vor sich hatten. Bei der Unterhaltung mit den beiden Damen konnte ich bei der einen später feststellen, welch eklatanter Unterschied mit  dem „neuen“ Hören bei ihr zu bemerken war. Sie konnte sich flüssig mit anderen unterhalten, was vor der CI-OP nicht gut funktionierte. Man merkte kaum, dass sie ein „künstliches“ Ohr hatte. 

Beide Damen hatten mir geraten, mich in meiner Situation an das UKE zu wenden und mich untersuchen zu lassen, ob bei mir auch ein CI möglich ist. 

Dies geschah im Februar 1998 und im April des gleichen Jahres wurde ich am rechten Ohr implantiert. Zunächst hatte man das linke Ohr operieren wollen, stellte dann aber fest, dass es dort ein „Akusticus neurinom“ gab, der erst hätte entfernt werden müssen, was eine damals schwierige OP in Hannover gewesen wäre. Glücklicherweise gab es auf dem rechten Ohr keine Probleme das CI dort zu platzieren.

Anschließend habe ich eine Reha dort im Hamburger UKE gemacht, so dass ich nicht irgendwo anders hinfahren musste. Die Hörübungen waren so erfolgreich, dass ich sie bereits nach einem Vierteljahr beenden konnte, normalerweise war damals ein halbes Jahr geplant. 

Mittlerweile habe ich bereits den 3. Sprachprozessor, aktuell den CP 910 und bin nach wie vor happy, wieder telefonieren und mich mit meiner Umgebung relativ gut verständigen zu können. Im Theater nutze ich, sofern vorhanden, ausleihbare Geräte für die Induktionsschleifen. In der Oper brauche ich keine extra Hörhilfen. Hier genieße ich die Musik. In der Hamburger Staatsoper gibt es sogenannte Übertitel, sodass man den Inhalt des Gesungenen mitverfolgen kann. 

Im Nachhinein kann ich nur sagen:  

Etwas Besseres als ein Cochlear Implantat gibt es nicht! 

Christel Zingelmann